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RÜCKBLICK 2014 + AUSBLICK 2015

Börsenjahr 2014

  • Das Jahr war ein Jahr der Währungen und Anleihen, etwas weniger der Aktien (FAZ Index und Eurostoxx leicht im Minus),
    daher fehlende „Marktbreite“
  • Grund für per Saldo gute Aktienentwicklungen in den USA waren
    a.) Aktienrückkäufe
    b.) niedrige Zinsen
    c.) fehlende Anlagealternativen („Anlagenotstand“ Gottfried Heller NWZ vom 16.1.2015)
  • Die meisten Anleger und Fonds haben 2014 mehr am Dollar als an Aktien verdient
  • In den USA schnitten 70% der Aktien schlechter als der Index (S&P 500 ) ab (war seit 15 Jahren nicht mehr der FAll
  • Ungewöhnlich viele geopolitisch destabilisierende Faktoren: Ukraine Krise (Gefahr eines Kalten Kriegs), IS Bewegung in Syrien und dem Irak, zeitweilig eskalierender Gaza Konflikt, lange unterschätzte Ebola Epidemie und Devisenschwankungen)
  • Teils extrem überhitze Börsenmärkte („Positive US Berater am Terminaktienindex“)
  • Nur übersinnliches Timing half, um teils überraschende Notenbank Äußerungen vorherzusehen
  • Unter dem Strich hatten extrem schlechte Markttechnik in Verbindung mit den geopolitischen Belastungen erstaunlich wenig Auswirkungen auf die Aktienmärkte
  • Vermutlich waren die massiven monetären Notenbank-Stimulierungen, weltweit bis auf die EZB, Hauptgrund für eine de-Facto Fortführung der Hausse.
  • Dieses Geldmengenwachstum überdeckt weiterhin die Folgen einer Rekord Staatsverschuldung, die sich seit 2007, dem Jahr des stärksten Finanzcrashs  seit 1929 um 50%! erhöht hat
  • Die Abhängigkeit der Börsenentwicklung von Notenbank –„Injektionen“ zeigt folgende Grafik:

Abbildung der US-Geldmengen

Abbildung 1: US-Geldmengen absolut (unten) sowie S&P 500 (oben) seit 1995

  • Gegenwärtig scheinen monetäre Einflüsse alle gängigen Fundamentalen und markttechnischen Einflüsse zu überlagern.
  • Übliche Börsenregeln wie z.B.
  • Dauer eines mittleren „Bullenmarktes“ von 49 Monaten   oder   „Sell in May“ Regel werden kaum noch beachtet.
  • Diffusionsindex (der jede einzelne Indikator Komponente berücksichtigt, stieg in einer 6-Monats Betrachtung auf 100%. Immer, wenn er in den letzten 60 Jahren diesen Werkt hatte, war der Zeitraum bis zur nächsten Rezession im Mittel 4-5 Jahre.
  • Aber:
  • Anhand der Ned Davis Bewertung notieren US Aktien derzeit 36% über Normalniveau

Schlussfolgerung für Aktienmärkte

  • Solange nicht
  • Schlechte Markttechnik
    plus
  • eingeschränkte Liquiditätsversorgung (wie 1987) vorherrscht
    gibt es keine eindeutigen Baissesignale.
  • Wenn es der Notenbank gelingt, eine richtige Balance zwischen Konjunktur- und Geldpolitik zu finden, werden auch Märkte in Europa Japan und China ein gutes Börsenjahr erleben.

Niedriger Ölpreis

  • Ölpreishalbierung normalerweise ein Zeichen gravierender Wirtschaftsschwäche und einbrechender Nachfrage
  • Heute liegt der Grund in der massiven Angebotsausweitung der Förderländer, besonders Saudi Arabien
  • Da Ölförderung noch nicht gedrosselt wird, dürfte Ölpreis vorerst nicht deutlich steigen
  • US Schiefergasbranche bei Ölpreisen unter 50 USD nicht profitabel, sie brachte einen großen Anteil neu geschaffener Arbeitsplätze und Investitionen
  • Im Gegensatz dazu führen Einnahmeverluste der Ölländer das Welt BIP um 2% senken, aber die Kaufkraft der Verbraucher erhöhen (1 Liter Benzin in USA 0,50 Euro, Österreich 1,05 Euro, Hochsteuerländer bilden die Ausnahme)

 

Update Ende Februar 2015

Kurz vor Beginn der QE Maßnahmen durch die EZB sind die Kurse vieler Aktien an den internationalen Finanzmärkten auf neue Allzeithochs gestiegen. Daher erfolgt dieses Update.

Markttechnik

  • Die Überweindung mehrere langjähriger Höchstmarken ist markttechnisch ein eindeutig positives Signal für die Börsen. In GB, in Japan und in den USA liegen die Indizes so hoch wie seit 16 Jahren nicht mehr oder aber bereits auf Allzeithochs.
  • Auch die Telekom Aktie hat ihren Emissionspreis von DM 28,50 deutlich überwunden.
  • Europäische Banken registrieren zunehmend steigende Kreditnachfrage
  • Die Nettozinsbelastung im Verhältnis zum operativen Gewinn ist für die europäischen Unternehmen im Schnitt von 2008 bis heute von 9% auf 3% gesunken.
  • Der Anteil direkter Aktionäre ist in DE auf 7% gesunken, was einem Bruchteil der Quote in anderen Ländern entspricht. Von dieser Seite herrscht also noch immer keine Euphorie, was ein positiver Stimmungsindikator ist.
  • Als positiv für die Märkte sind die in 2014 erfolgte große Rückgabe von Aktienfonds in Europa und die im Gegensatz dazu erheblichen Käufe von Geldmarktfonds und Anleihefonds in jeweils zweistelliger Milliardenhöhe durch die Anleger zu betrachten
  • Die von den großen internationalen Banken angegebenen Kursziele für 2015 wurden bereits erreicht. Auch von dieser Seite ist also keine Euphorie zu erkennen, was den Börsen weiter Schub verleihen dürfte.
  • In DE wird die Wirtschaftskraft eindeutig durch den weltweit höchsten Handelsbilanzüberschussverdeutlicht, dieser beträgt 213 Milliarden Euro. Besonders stark stieg der Export in die USA und China.
  • Gleichzeitig vollzieht sich in DE ein Ausbalancieren des Wachstums von rein exportgetrieben hin zu einem gleichzeitig durch die Binnenwirtschaft angetriebenen Wachstum.

JAPAN

Niedrige Aktenkurse, günstig Bewertungen und Rückenwind durch die Notenbank beflügeln zu der erfolgten Zinssenkung und den beginnenden Aktienrückkäufen.

USA

Bisher wurde bei Gewinnangaben nie so stark differenziert, wie heute. Man unterscheidet mittlerweile zwischen Gewinnen

  • mit und ohne Apple (18 Mrd in einem Quartal)
  • Mit und ohne Aktienrückkäufe
  • Mit und ohne Öltitel

Vergisst eigentlich auch die Konsumtitel, die nur aufgrund niedriger Ölpreise und folgend höheren Konsummöglichkeiten so stark stiegen.

US-Aufschwung und erwartete Geldmarktpolitik der FED

In den letzten 7 Jahren wurde der US Aufschwung auch durch eine Verneunfachung der Bilanzsumme der FED erkauft, sie stieg von 500 Mrd im Jahr 2007 auf 4500 Mrd USD an. In den 200 Jahren zuvor war sie auf 500 Mrd angewachsen. Zinssätze der Notenbanken richten sich nach der Inflation bzw. Deflation. Es ist dabei zu beachten, dass aktuell eine Deflation erwartet wird in Europa von -1% und den USA von -0,4%. Die Kernteuerung, also ohne Energie, beträgt in Europa hochgerechnet auf das Jahr allerdings bereits + 0,2%, in den USA + 1%. Selbst diese Rate wäre aus unserer Sicht noch kein Grund für eine Leitzinsanhebung.

In den USA ist allerdings hierin die sogenannte „Shelter“ Komponente berücksichtigt, die Wohnpreiskomponente, die in Europa unberücksichtigt bleibt. Ohne diese Shelter Komponente läge die USA bei -0,3% Deflation, was keine Notwendigkeit für Zinsanstiege bedeutet.