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Die Allgemeine Theorie

Erst John Maynard Keynes besaß Ende der 30er Jahre Intellekt und Redlichkeit, mit seiner Allgemeinen Theorie, die Klassische Theorie in Frage zu stellen, da diese auf die Ereignisse der Jahre 1929 bis 1936 keine Antwort gefunden hatte. Mit der Klassischen Theorie konnte Keynes wenig anfangen. Der jahrhundertelange Versuch der Ökonomen, Theorien zu schaffen und sich alles erklären zu lassen hatte keine Unschärfen erlaubt. Das ökonomische Denken war bis dahin ein Kind der Aufklärung gewesen, das an das vernünftige im Menschen glaubte, einen Homo Oeconomicus, den es nicht gibt.

Kernansatz von Keynes war, dass der Staat zu einem gewissen Grad intervenieren muss, um die Nachfrage in Notzeiten anzuschieben, wenn die Wirtschaft in den Abgrund blickt, wie diese 1929 der Fall war.

Keynes, wie auch etwas später Benjamin Graham betonen in ihrer Theorie, dass Investitionen von Natur aus keine exakte Wissenschaft sein können, obwohl die Mathematik unverzichtbares Hilfsmittel für Investoren bei der Wertpapieranalyse sei. Die präzise Analyse scheitere aber an veränderlichen Daten und der Irrationalität der Märkte. Nach ihrer Überzeugung gehe es dem Aktionär um den inneren Wert einer Aktie, den er aber nicht genau bestimmen könne. Somit könne die Finanzwissenschaft nie eine deduktive „harte“ Wissenschaft werden. Das Handeln der Menschen an den Märkten sei viel zu komplex und veränderlich, ihr Erfindungsreichtum zu groß, als dass es jemals in eine mathematische Formel gefasst werden könne. An der Börse seien gesunde Skepsis und ein lebhafter „Animal Spirit“ viel wichtiger als theoretisches Können.