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Minsky’s Theorie

Eine plausible Erklärung für Blasenbildungen an den Börsen liefert erstmals die herausragende Theorie von Hyman Minsky (1919 – 1996), in der er drei Phasen beschreibt. Er definierte drei Phasen der Blasenbildung.

Phase 1. Vorsichtige Anleger, konservativ finanzierte Investitionen, Einnahmen decken Zins und Tilgung eines Kredits, beispielsweise zur Finanzierung einer Immobilie. In dieser ruhigen Phase steigen Wohlstand und Preise moderat an.

Phase 2. Der Mensch bleibt meistens nicht lange bescheiden, so entsteht Phase 2. Steigende Preise legen den Gedanken nahe, höhere Kredite aufzunehmen, jetzt kann zwar der Zins, aber nicht mehr die Tilgung aus den Einnahmen gedeckt werden. Die Kreditfinanzierung ist nicht mehr konservativ sondern spekulativ. Sie funktioniert, solange die Preise nicht sinken. Für Anschlussfinanzierungen steht dieselbe nun höherwertige Sicherheit zur Verfügung, für die man wahrscheinlich wieder einen Kredit bekommt.

Phase 3. Die Ponzi-Finanzierung. Die Einnahmen reichen nicht mehr aus, die Zinsen zu zahlen, ganz zu schweigen von der Tilgung. Die Finanzierung lohnt sich nur, wenn die Preise deutlich steigen und z.B. die gekaufte Immobilie zu einem deutlich höheren Preis weiterverkauft werden kann. Es entsteht ein sogenanntes Schneeballsystem.

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Um die Forderung der Gläubigerbank zu befriedigen, nimmt man das Geld vom Käufer des Hauses. Schneeballsysteme brechen irgendwann zusammen. Die hier beschriebene Situation ereignete sich zuletzt in den USA 2008/2009, als immer mehr Amerikaner Häuser kauften, ohne Zins oder Tilgung zu zahlen, einzig aus dem Antrieb, das Haus sehr bald wieder teurer zu verkaufen. Auch Immobilienpreise können fallen und so stellt sich die Hoffnung als Illusion heraus.

Minsky hält den Schwung von der konservativen Finanzierung zur Ponzi-Finanzierung für ein Problem, dem der moderne Kapitalismus nicht entgehen kann. Minsky wörtlich: „Will man die periodischen Zusammenbrüche, die zu Depressionen führen können, vermeiden, muss man darauf verzichten, die zentralen Angelegenheiten einer marktwirtschaftlich verfassten Gesellschaft dem Markt zu überlassen, wie etwa die Einkommensverteilung, wirtschaftliche Stabilität und das Bildungssystem“. Soviel Sozialismus ist zu viel für amerikanische Ohren, so wurde Minsky bald nach seinem Tod vergessen.

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