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Der innere Wert eines Unternehmens

Der Gewinn liegt im Einkauf war eine alte Kaufmannsregel, die zeitlos ist. Kein Kramer würde sein Warensortiment nach Preisschwankungen aussuchen. Er bietet Hämmer und Nägel an, auch wenn die Preise der Nägel schwanken, weil Eisenerzpreise und Baukonjunktur auf - und abwärts gehen. Aber selbst bei schwankenden Einkaufspreisen kann er sicher sein, dass er über kurz oder lang seine Sicherheitsmarge beim Verkauf wieder herausholt.

Erst seit Markowitz wird das Risiko mit der Schwankungsintensität, der Volatilität, gleichgesetzt. Von 1602 bis zu den Modellen a la Markowitz in den 50er Jahren begnügte man sich mit dem ungefähren Wissen über die Verlustmöglichkeit und rechnete diese aus.

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Lange Zeit galt der Risikobegriff des Kramerladens auch an der Börse, ausgedrückt durch den inneren Wert einer Aktie. Der innere Wert kann am Buchwert eines Unternehmens berechnet werden, er ist aus der Bilanz ersichtlich.

Die Theorie nach Markowitz definiert Risiko mit hoher Volatilität, also hohen Preisschwankungen und lässt den eigentlichen Wert völlig ausser Acht. Der Kramerladen definiert sein Risiko anders, es hängt bei ihm nicht von der Laune an den Börsen ab. Nach Markowitz ist das Risiko für die Nägel niedriger, wenn es bei 65 ist, dafür aber weniger schwankt, als wenn es bei 50 ist und stärker schwankt. Der Kramer würde nie die Nägel bei 50 verkaufen.

Diese Logik glänzt mit unbestreitbarer Lebensnähe und ist durch alle Zeiten und Kulturen verbreitet. Nur ist sie nicht mathematisch elegant. Die Folgen der Modernen Portfoliotheorie von Markowitz ist, dass weltweit in sehr ähnlich strukturierten Portfolios computerberechnete Verkaufsaufträge für die Nägel bei 50 ausgelöst werden, denn das Risiko ist gemäss der Modelltheorie gestiegen.

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