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Psychologie an den Finanzmärkten

Der nicht unbedingt revolutionär anmutende Grundsatz der Behavioral Finance der „Anlegerpsychologie“ lautet: „Nicht alle Anleger und Spekulanten sind vollkommen rational“. Man kann etwas, das nach nicht-rationalen Kriterien entschieden wird, nicht berechnen, wie die Physik. Die einfliessenden Emotionen lassen sich gut daran beobachten, dass Anleger oft nicht bereit sind, Wertpapiere mit Verlust zu verkaufen. Das liegt zum einen daran, eine einmal getätigte Kaufentscheidung zu revidieren. Wer ändert schon gerne seine Meinung zu irgendetwas, speziell zu Investitionsentscheidungen?

Wer sich beim Kauf einer Aktie geirrt und zu teuer eingekauft hat, macht den Fehler nicht wieder gut, indem er auf den ursprünglichen Preis beharrt. Wir Menschen fürchten Verluste stärker, als uns über gleich hohe Gewinne zu freuen. Angenommen, Sie hätten die Wahl, 100 € mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% zu bekommen, oder 50 € sicher zu erhalten, Sie würden sich vermutlich für die sicheren 50 € entscheiden. Die Sicherheit beim Gewinnen ist den Menschen wichtiger, als die Möglichkeit, doppelt so viel zu bekommen.

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Drehen wir nun das Beispiel um. Angenommen, Sie werden vor die Wahl gestellt, einen Verlust von 100 € mit einer Sicherheit von 50% zu erleiden, oder einen sicheren Verlust von 50 € hinzunehmen zu müssen. Sie würden sich vermutlich für die Variante 1, also 100 € mit 50% iger Wahrscheinlichkeit zu verlieren, entscheiden. Die Höhe des Verlustes ist nicht so wichtig, Hauptsache, wir vermeiden ihn überhaupt.

Das Beispiel zeigt, wie wir mit Gewinnen und Verlusten und der allgegenwärtigen Ungewissheit an den Börsen umgehen und wie Emotionalität die Rationalität überlagert. Es ist der natürliche Instinkt von uns Menschen, Verluste zu fürchten, erst Recht, wenn wir diese nicht abschätzen können. Das erklärt die immer wieder kehrenden Paniken an den Börsen. Niemand fühlt sich wohl in einer Situation die in nicht abschätzbarer Wahrscheinlichkeit zu Verlusten führt.

Die Behavioral Finance kann zwar erklären, wie Furcht wirkt, gibt aber keine Ratschläge, wie mit Furcht und Risiken umzugehen ist. Auch Manager von Behavioral Finance Fonds wissen nicht besser, mit den Märkten umzugehen, denn kaum einer ist besser als der Markt.

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